Willkommen bei ViaStoria
Empfehlungen der Redaktion
- Publikationen:
- Beitrag im Mitteilungsheft 60 (2011) des Vereins für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg v. d. Höhe, siehe "Publikationen"
- Forschung / Literatur
- diverse neue Bücher und Sammelwerke (z. T. in englischer Sprache) zur Geschichte von Transport, Verkehr und Mobilität
Was ist ViaStoria?
ViaStoria ist eine private Internet-Seite. Sie widmet sich der Straßen- und Verkehrsgeschichte im Rhein-Main-Taunus-Gebiet. Autobahnen und Straßen bilden seit vielen Jahrzehnten eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Region zu ihrer heutigen Bedeutung.
Das Kulturgut 'Straße' ist ein zentraler Bestandteil der allgemeinen geschichtlichen Entwicklung. Vor dem Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert waren Straßen die wichtigsten Verkehrswege für den Transport von Waren, Personen und Informationen mit Hilfe eines ausgedehnten Postkutschennetzes. Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecken in Preußen bzw. den übrigen deutschen Ländern und ihrer Verknüpfung zu einem nationalen Netz wanderte der Güter- und Personenverkehr in großem Umfang auf die Schiene ab.
Mit dem Beginn der Motorisierung ab etwa 1920 erlebte die Straße als Transport- und Kommunikationsweg eine Renaissance. Die Automobilisierung zwang den Straßenbau zu erheblichen Anpassungsmaßnahmen.
Zur Lösung der deutschen Straßenmisere in den 1920er Jahren entwickelte der in Frankfurt am Main gegründete und dort ansässige HAFRABA-Verein (Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte - Frankfurt - Basel) die technisch-wirtschaftlichen Grundlagen des Autobahnwesens. Auf diesen Vorarbeiten beruhte der Beginn des Autobahnbaus bei Frankfurt im Sommer 1933 durch das NS-Regime.
Seit den 1950er Jahren sind Autobahnen nicht nur in Deutschland, sondern inzwischen in ganz Europa der dominierende Verkehrsweg für den Personen- und Güterverkehr.
Autobahnen haben wesentlich zur Verkürzung von Raum-/Zeit-Beziehungen in Europa beigetragen. Sie prägten nicht nur neue Vorstellungen von Entfernungen und Erreichbarkeit, sondern veränderten - analog zum Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert - die Kulturlandschaft nachhaltig. Dabei müssen auch die Wechsel- und Folgewirkungen der Verkehrsträger in den Blick genommen werden.
Die blauen bzw. grünen Wegweiser, Hinweisschilder und Warnzeichen auf den europäischen Autobahnen bildeten im Laufe der Zeit einen spezifischen Kanon von Verkehrszeichen mit hohem Wiedererkennungswert. Das deutsche Autobahnwesen war hier durchaus stilbildend.
PKW-Fahrer und Transportwirtschaft profitierten von dieser Entwicklung weitaus mehr als die 'Väter der Autobahn' ursprünglich prognostiziert hatten. Die Nachteile des Geschehens wurden ab etwa 1970 thematisiert und drangen nur langsam in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer: Lärm, Abgase, Waldsterben, Ozonloch, Feinstaubbelastung.
Dennoch werden Straßen und Autobahnen trotz der jüngsten Umbrüche weiterhin die Hauptträger der Austauschprozesse für Güter, Personen und Dienstleistungen bleiben.
Das Vorbild für diese Homepage Die Anregung zu dieser Homepage ergab sich aus Kontakten zur schweizerischen Fachorganisation ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte in Bern (www.viastoria.ch).
Weitere Anregungen Die AGAB - Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte e. V. enstand durch die Bemühungen um die Bewahrung nicht zerstörter Bauten und Strecken aus der Reichsautobahnzeit (www.strecke46.de). Inzwischen bestehen gute Kontakte zu analogen Organisationen in Polen und der Tschechichen Republik. Seit 2010 informiert eine völlig neu gestaltete Homepage des Vereins alle an der Autobahngeschichte Interessierten über die Ergebnisse der Forschungen ihrer Mitglieder, die nach den Grundsätzen wissenschaftlichen Publizierens veröffentlicht werden (www.autobahngeschichte.de).
Einen museal ausgerichteten Ansatz verfolgt das Deutsche Straßenmuseum in Germersheim (www.deutsches-strassenmuseum.de), das neben einer didaktisch überzeugenden Ausstellung zu rund 2.000 Jahre Straßengeschichte über eine bemerkenswerte technische Sammlung von Geräten und Maschinen für den Straßenbau und einen sehr guten Literaturbestand verfügt.
Was will ViaStoria?
ViaStoria will einen Beitrag zur Erforschung insbesondere der Autobahnen und wichtigen Verbindungsstraßen im Rhein-Main-Taunus-Gebiet leisten, aber auch allgemeine Informationen zur Entwicklung der Geschichte von Transport, Verkehr und Mobilität bereit stellen.
Das Vorbild für diese Homepage Die Anregung zu dieser Homepage ergab sich aus Kontakten zur schweizerischen Fachorganisation ViaStoria - Zentrum für Verkehrsgeschichte in Bern (www.viastoria.ch).
Weitere Anregungen Die AGAB - Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte e. V. enstand durch die Bemühungen um die Bewahrung nicht zerstörter Bauten und Strecken aus der Reichsautobahnzeit (www.strecke46.de). Inzwischen bestehen gute Kontakte zu analogen Organisationen in Polen und der Tschechichen Republik. Seit 2010 informiert eine völlig neu gestaltete Homepage des Vereins alle an der Autobahngeschichte Interessierten über die Ergebnisse der Forschungen ihrer Mitglieder, die nach den Grundsätzen wissenschaftlichen Publizierens veröffentlicht werden (www.autobahngeschichte.de).
Einen museal ausgerichteten Ansatz verfolgt das Deutsche Straßenmuseum in Germersheim (www.deutsches-strassenmuseum.de), das neben einer didaktisch überzeugenden Ausstellung zu rund 2.000 Jahre Straßengeschichte über eine bemerkenswerte technische Sammlung von Geräten und Maschinen für den Straßenbau und einen sehr guten Literaturbestand verfügt.
Erster Ansatzpunkt: Die Straßengeschichte im Rhein-Gbiet
Bisher hat sich die Geschichtswissenschaft vor allem mit dem Werdegang des Verkehrsmittels 'Eisenbahn' in der Region beschäftigt. Die Straßengeschichte wurde sträflich vernachlässigt. Dabei war der Bau kraftfahrzeugtauglicher Straßen eine unabdingbare Voraussetzung für die Massenmotorisierung wie auch für die wirtschaftliche Entwicklung im 20. Jahrhundert. Ohne die technischen Fortschritte im Maschinenbau, die Erfindung der Autobahn und die Professionalisierung des Straßen- und Brückenbaus hätte der Siegeszug der Automobile wohl kaum in so kurzer Zeit stattfinden können. Viele gesellschaftliche und kulturelle Phänomene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auf die eine oder andere Art und Weise mit dem "automobilistischen Komplex" (Christoph Maria Merki) verbunden.
Die Verkehrgeschichte des Rhein-Main-Gebietes ist nicht zuletzt eine Geschichte der Autobahnen. Das Frankfurter Autobahnkreuz (täglich wird es von rund 360.000 Fahrzeugen passiert; Stand 2011, unter Einschluss des Verkehrs auf der B 43) und der Rhein-Main-Flughafen (mit annähernd 55 Mio. Passagieren pro Jahr) sind weit über die Region hinaus bekannte Wegmarken des Verkehrs.
Der 2000 eröffnete ICE-Bahnhof erweiterte diese Schnittstelle des europäischen Verkehrs zu einem fas einzigartigen intermodalen Knoten. Dennoch frequentieren den 1888 eingeweihten und in den letzten Jahren hervorragend renovierten Frankfurter Hauptbahnhof weiterhin täglich mehr als 330.000 Fahrgäste.
Zweiter Ansatzpunkt: Die Straßengeschichte der Stadt Frankfurt
Frankfurt am Main präsentier sich heute mehr denn je als Brennpunkt des deutsch-europäische Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs. Es ist das Erbe der zentralen Lage, an der sich seit Jahhunderten sieben Handels- und Heerstraßen kreuzten. Seit dem hohen Mittelalter haben Handel, Warenumschlag und Informationsaustausch den Charakter der Stadt geprägt. Jüdisches Leben war schon seit langem ein Teil der Stadtgeschichte. Es nimmt daher nicht Wunder, dass hier im 19. Jahrhundert mehrere bedeutende Privatbanken entstanden (Stichwort: Rothschild), die ihre Tätigkeit bald auch internationale ausübten.
Die Frankfurter Bankiers spielten als Finanziers des Eisenbahnbaus eine große Rolle. In der Phase der "Hochindustrialisierung" nach der Gründung des Deutschen Reiches wuchs Frankfurt zu einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands heran. Im Gegensatz zum rheinisch-westfälischen Industrierevier wurde das Wachstum durch 'moderne' Produktionen (Farbenindustrie und Chemie, elektrotechnischer Apparatebau, Maschinen- und Fahrzeugbau, Metallverareitung u. ä.) angetrieben. Diese Hersteller benötigten für den Güteraustausch und den Versand kleinerer Mengen flexible Transporteinrichtungen, die fahrplanunabhängig Haus- zu Haus-Lieferungen ohne aufwendige Verpackungen und Umladen anbieten konnten.
Insofern bildet das Verkehrswesen des Rhein-Main-Gebietes hervoragendes Anschauungsmaterial für die Verkehrsgeschichte im Allgemeinen und die Straßengeschichte im Besonderen.
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