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Willkommen bei ViaStoria        

 

Wichtiger Hinweis  (Stand: 26. Dezember 2015)

 

  • Veränderter Schwerpunkt: ViaStoria richtete den Blick auf die Rhein-Main-Region. Im Laufe der Zeit hat sich der Schwerpunkt der redaktionellen Arbeit geändert: Jetzt stehen  die Autobahn- und Strassengeschichte Deutschlands und teilweise Europas im Vordergrund. Insofern wird die Homepage von ViaStoria nur noch in größeren Abständen bearbeitet.
  •  Kooperation: Mit einem Kollegen aus Naumburg (Saale) wurde im Juli 2014 eine historisch-wissenschaftliche Interessengemeinschaft gegründet. Sie ist eine außeruniversitäre, selbst forschende Einrichtung und betreibt seit nunmehr eineinhalb Jahr sehr erfolgreich die Internet-Plattform "Archiv für Autobahn- und Straßengeschichte" (www.strassengeschichte.de).
  • Neu: Wegen der internationalen Vernetzung unserer Interessengemeinschaft ist die Homepage des "Archivs für Autobahn- und Straßengeschichte" seit November 2015 auch unter den Adressen www.autobahngeschichte.com und www.autobahnarchiv.com zu erreichen.
  • Die Homepage des 'Archivs für Autobahn- und Straßengeschichte' ist als relationale Datenbank organisiert. Sie wird mit eigenen Beiträgen sowie autorisierten Aufsätzen von Dritten ständig erweitert und bietet durch die Literaturliste, das Glossar, die Buchbesprechungen, Bildern usw. eine Fülle Wissenswertes zum Thema. 

Was ist ViaStoria?

ViaStoria ist eine private Internet-Seite. Sie widmet sich schwerpunktmäßig der Autobahn- und Straßengeschichte im Rhein-Main-Taunus-Gebiet, punktuell aber auch der Autobahngeschichte Deutschlands und Europas.

Autobahnen und Fernstraßen bilden überall in Europa spätestens seit den 1960er Jahren eine wesentliche Voraussetzung für die nationale und internationale Raumerschließung und Raumaneignung mit Hilfe des Kraftfahrzeugs. Diese in der Regel als staatliche Daseinsvorsorge bereitgestellte Infrastruktur wird seitdem als essentielle Grundlage für Prosperität und Wohlstand angesehen.

Fernstraßen haben wesentlich zur Verkürzung von Raum-/Zeit-Beziehungen beigetragen. Sie prägten nicht nur neue Vorstellungen von Entfernung und Erreichbarkeit, sondern veränderten - analog zum Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert - die Kulturlandschaft nachhaltig. Die blauen bzw. grünen Wegweiser, Hinweisschilder und Warnzeichen auf den europäischen Autobahnen sind Verkehrszeichen mit hohem Wiedererkennungswert. Das deutsche Autobahnwesen war hier durchaus stilbildend.

PKW-Fahrer und Transportwirtschaft profitierten von dieser Entwicklung weitaus mehr als die 'Väter der Autobahn' ursprünglich prognostiziert hatten. Die Nachteile des Geschehens wurden ab etwa 1970 thematisiert, drangen allerdings nur langsam in das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer: Lärm, Abgase, Waldsterben, Ozonloch, Feinstaubbelastung. Dennoch werden Straßen und Autobahnen weiterhin die Hauptträger der Austauschprozesse für Güter, Personen und Dienstleistungen bleiben.

 

Allgemeines zur Straßengeschichte

Historisch gesehen reicht das Kulturgut 'Straße' weit zurück. Das römische Imperium schuf das erste zusammenhängende Straßennetz zur Verwaltung und Sicherung seines Eiflussgebietes. Vor dem Eisenbahnbau im 19. Jahrhundert dienten Straßen für ein verzweigtes Postkutschennetz. Es schuf die Basis für den Transport von Waren, Personen und Informationen über größere Entfernungen.

Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecken in Preußen bzw. den übrigen deutschen Ländern und ihrer Verknüpfung zu einem nationalen Netz wanderte jedoch der Güter- und Personenverkehr in großem Umfang auf die Schiene ab.


Die Motorisierung ab etwa 1920 gab den Straßen ihre Bedeutung für Transport und Mobilität zurük. Der automobile Verkehr zwang die Straßenbauverantwortlichen zu erheblichen Umbau- und Anpassungsmaßnahmen.

Zur Lösung der deutschen Straßenmisere in den 1920er Jahren entwickelte der in Frankfurt am Main gegründete und dort ansässige HAFRABA-Verein (Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansestädte - Frankfurt - Basel) die technisch-wirtschaftlichen Grundlagen für das spätere Autobahnwesen. Auf diesen Vorarbeiten beruhte der Beginn des Autobahnbaus durch das NS-Regime bei Frankfurt im Sommer 1933 .



Erster Ansatzpunkt: Die Autobahngeschichte im Rhein-Main-Gebiet

Bisher hat sich die Geschichtswissenschaft vor allem mit dem Werdegang des Verkehrsmittels 'Eisenbahn' in der Region beschäftigt. Die Straßengeschichte wurde sträflich vernachlässigt. Dabei war der Bau kraftfahrzeugtauglicher Straßen eine unabdingbare Voraussetzung für die Massenmotorisierung wie auch für die wirtschaftliche Entwicklung im 20. Jahrhundert.  Ohne die technischen Fortschritte im Maschinenbau, die Erfindung der Autobahn und die Professionalisierung des Straßen- und Brückenbaus hätte der Siegeszug der Automobile wohl kaum in so kurzer Zeit stattfinden können. Viele gesellschaftliche und kulturelle Phänomene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind auf die eine oder andere Art und Weise mit dem "automobilistischen Komplex" (Christoph Maria Merki) verbunden.

 

Die Verkehrgeschichte des Rhein-Main-Gebietes ist nicht zuletzt eine Geschichte der Autobahnen. Das Frankfurter Autobahnkreuz (täglich wird es von rund 350.000 Fahrzeugen passiert; Stand 2012, unter Einschluss des Verkehrs auf der B 43) und der Rhein-Main-Flughafen (mit annähernd 55 Mio. Passagieren pro Jahr) sind weit über die Region hinaus bekannte Wegmarken des Verkehrs.

 

Der 2000 eröffnete ICE-Bahnhof erweiterte diese Schnittstelle des europäischen Verkehrs zu einem fas einzigartigen intermodalen Knoten. Dennoch frequentieren den 1888 eingeweihten und in den letzten Jahren hervorragend renovierten Frankfurter Hauptbahnhof weiterhin täglich  mehr als 330.000 Fahrgäste.


 

Zweiter Ansatzpunkt: Die Straßengeschichte der Stadt Frankfurt

Frankfurt am Main präsentier sich heute mehr denn je als Brennpunkt des deutsch-europäische Straßen-, Schienen- und Luftverkehrs. Es ist das Erbe der zentralen Lage, an der sich seit Jahhunderten sieben Handels- und Heerstraßen kreuzten. Seit dem hohen Mittelalter haben Handel, Warenumschlag und Informationsaustausch den Charakter der Stadt geprägt. Jüdisches Leben war schon seit langem ein Teil der Stadtgeschichte. Es nimmt daher nicht Wunder, dass hier im 19. Jahrhundert mehrere bedeutende Privatbanken entstanden (Stichwort: Rothschild), die ihre Tätigkeit bald auch internationale ausübten.

 

Die Frankfurter Bankiers spielten als Finanziers des Eisenbahnbaus eine große Rolle. In der Phase der "Hochindustrialisierung" nach der Gründung des Deutschen Reiches wuchs Frankfurt zu einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands heran. Im Gegensatz zum rheinisch-westfälischen Industrierevier wurde das Wachstum durch 'moderne' Produktionen (Farbenindustrie und Chemie, elektrotechnischer Apparatebau, Maschinen- und Fahrzeugbau, Metallverareitung u. ä.) angetrieben. Diese Hersteller benötigten für den Güteraustausch und den Versand kleinerer Mengen flexible Transporteinrichtungen, die fahrplanunabhängig Haus- zu Haus-Lieferungen ohne aufwendige Verpackungen und Umladen anbieten konnten.

 

Insofern bildet das Verkehrswesen des Rhein-Main-Gebietes hervoragendes Anschauungsmaterial für die Verkehrsgeschichte im Allgemeinen und die Straßengeschichte im Besonderen.